An der Stelle der heutigen Wettsteinbrücke stand 1857 eine Notbrücke – gebaut für einen Krieg, der dann doch ausblieb. General Dufour liess sie in aller Eile als Pontonbrücke errichten. Drei Monate später war sie wieder weg. Die Geschichte dieser vergessenen Brücke ist so baslerisch wie ein Läckerli: pragmatisch, effizient – und mit einem versöhnlichen Ende.
Diese Brücke von 1857 stammt aus der Zeit des Neuenburgerhandels. Zwischen der Schweiz und dem Königreich Preussen drohte ein Krieg. Beide Armeen rüsteten auf. Ziel der Schweiz unter General Guillaume Henri Dufour war, den Krieg nördlich der Schweiz im Gebiet des Grossherzogtums Baden auszutragen. Dazu benötigte er leistungsfähige Brücken, um über den Rhein zu setzen. Ergänzend zur Mittleren Brücke liess er eine Pontonbrücke am Harzgraben, am Ort der heutigen Wettsteinbrücke (eröffnet 1879) bauen. Nach bloss knapp drei Monate Bestand wurde die Dufourbrücke im März 1857 wieder abgebaut. Zu Kriegshandlungen kam es nicht: Preussen verzichtet auf alle Rechte am ehemaligen (preussischen) Fürstentum Neuenburg und die Schweiz amnestierte die Royalisten aus dem Neuenburgischen. Das Bild der Pontonbrücke aus dem Staatsarchiv Basel (Bild 13, 656) ist mit «Preussen Krieg 1857. Brückenschlag im St. Albanloch. General Dufour» angeschrieben.
Bild: ETH-Bilderarchiv
Als Autobahnbrücke war sie zu schmal, zusammen mit der neuen Schwarzwaldrücke überflüssig, also wurde sie 1973 abgerissen. Wie es war unter der Dalbebrugg durchzuschwimmen war, können wir nicht sagen. Sie war vor unserer Schwimmzeit. Diskussionen ums Schwimmen betrafen damals das Dreckwasser, nicht Probleme des populären Freizeitschwimmens.
Auf dem Bild ist von oben der Birskopf, dann flussabwärts die erste Eisenbahnbrücke (1873) und danach im Kleinbasel zwischen den Brücken eine Grünfläche zu sehen, auf der heute die Schwarzwaldbrücke steht. An Stelle der St. Alban-Brücke steht das Tinguely-Museum im Kleinbasel und im Grossbasel liegt die Cécile Ines Loos-Anlage. Der schöne Solitude-Park ist vom Brückenbau nicht beeinträchtigt worden.
Eine Postkarte aus der Zeit um 1930 (versendet 1932) zeigt ein beliebtes Basler Ansichtskartenmotiv: „Die drei Brücken“. Besonders interessant daran ist, dass das St. Johanns-Badhüsli durch seine Lage im Vordergrund des klassischen Blickwinkels überhaupt auf die Karte gelangt ist.
Eröffnet wurde das Badhüsli bereits 1887. Ursprünglich handelte es sich um eine Art Hallenbad über dem Rhein. In den 1920er-Jahren wurde es zu einem dachfreien Flussbad umgestaltet – neu und fortschrittlich zugleich, da es fortan von Menschen aller Geschlechter gleichzeitig genutzt werden konnte. Am linken Bildrand sind die alten Tragstrukturen des früheren Dachs noch erkennbar, rechts sieht man den Garderobentrakt.
Auf der alten Johanniterbrücke ist ein Tram mit Sommerwagen zu sehen. Die Basler Strassenbahn – damals noch nicht unter dem Namen BVB – setzte auch im Winter offene Tramanhänger ein (mehr dazu unter tram-basel.ch).
Im Juli 2023 feierte das Rheinbad Breite sein 125-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde der Erweiterungsbau eingeweiht und der Verein Rheinbad Breite beging sein 50-jähriges Jubiläum. Mit dem nun fertig gestellten Erweiterungsbau wurde das Bad genauso gross wie bei seiner Eröffnung im Jahr 1898. In seiner wechselvollen Geschichte wurde damit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Bad erlebt eine Renaissance.
Es ist schön zu sehen, dass das Bad wieder als wichtige Einrichtung anerkannt und vom Kanton unterstützt wird. Seit bald 200 Jahren gibt es in Basel Rheinbäder. Unter ihnen ist das Rheinbad Breite das jüngste und aus dem Schwimmgeschehen am und im Fluss und vom dortigen geselligen Treiben nicht mehr wegzudenken. Wir rollen in einem Beitrag die Rheinbad-, Schwimm- und Flussgeschichte breiter auf, mit dem Ziel, das Rheinbad Breite und den gesellschaftlichen Rahmen in seiner Geschichte besser zu verstehen.
Die alte Rheinbrücke von 1225, nunmehr die Mittlere Brücke genannt, ist von Bischof Heinrich von Thun in Auftrag gegeben worden. Das bedeutende Bauwerk steigerte die Bedeutung der Stadt Basel enorm. Der Bischof liess für seine Bistumskasse den Brückenzoll einziehen, aber er betrieb mit der Brücke auch eine Art mittelalterlicher Wirtschaftsförderung! Basel stieg im damaligen Fernhandel zwischen den Alpen und den deutschen Landen auf.
Die alte Brücke war im Kleinbaselein Bau aus Stein und auf der Grossbasler Seite eine Holzkonstruktion. Insbesondere die hölzerne Seite war schadensanfällig und benötigte viel Erneuerungsarbeiten, wie das Ersetzen der eichenen Pfeiler. Die neue Mittlere Brücke wurde im Herbst des Jahres 1905 eröffnet.
Ab der Mittleren Brücke flussabwärts bis ins offene Meer gilt die Rheinschifffahrtsakte. Die Rheinanliegerstaaten (CH, D, F, B, NE) verpflichten sich in diesem alten internationalen Abkommen auf das Prinzip der freien Schifffahrt, auf die Vereinheitlichung der Sicherheits- und der Schiffsverkehrsvorschriften u. v. A. Der Sitz der internationalen Organisation ist seit dem Versailler Vertrag Strassburg. Geschaffen wurde sie 1868 in Mannheim, weshalb sie auch als Mannheimer Akte bezeichnet wird. Heute heisst die internationale Organisation Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) .
Das Abkommen gilt von der «Brücke in Basel», gemeint ist damit die Mittlere Brücke. Oberhalb dieser Brücke gilt für die Binnenschifffahrt schweizerisches Recht bzw. Staatsverträge mit Deutschland und Österreich (als Bodenseeanrainer). Die Mannheimer Akte reguliert die Grossschifffahrt; sie ist also weder für die Kleinboote noch die schwimmenden Leute zuständig. Die Strecke von der Mittleren Brücke zum Kraftwerk Birsfelden untersteht dem schweizerisches Hoheitsgebiet. Die hier gültigen Regeln lehnen sich aber selbstverständlich an das international geltende Regelsystem an.
Die Postkarte (abgestempelt am 28.4.1905) zeigt die alte Mittlere Brücke und flussabwärts die als «Notbrücke» bezeichnete bogenförmige Baubrücke.
Die alte Brücke war im Kleinbaselein Bau aus Stein und auf der Grossbasler Seite eine Holzkonstruktion
Das behaupten wir ohne Beleg. Ein altes Schwimmzeugnis bringt E. A. Meier in seinem «Basler Almanach» (1989). Er zitiert darin ein Dokument, dem gemäss am 5. August 1555 das Brückengeländer brach und gegen 40 Personen in den Rhein fielen: «Der Unfall kam von dem vielen Volk, das denen, die badeten zuschauten.» Zu Schaden kamen also nicht die Schwimmer, sondern die Zuschauenden.
Drei Museen zeigen zur Zeit Sonderausstellungen, die für die Schwimmer:innen bereichernd sind: Der Fluss selbst, genauer die Flussgeräusche, sind als Kunstobjekt im Tinguely Museum anzuhören, Weidlinge sind im Basler Hafenmuseum Thema und umfassend ist die Rhein-Ausstellung im Drei Länder Museum, Lörrach. Dieses Museum bietet einen Überblick zum Oberrhein, seiner Geschichte und seiner Bedeutung für das Leben und die Kultur der Menschen. 🡪 weiter