Vögel im Basler Rhein

Kormorane und Gänsesäger im Basler Rhein

Kormorane und Gänsesäger sind Zuwanderer im Rhein zu Basel. Beide Arten waren früher mehr Wintergäste, nun sind sie auch Ganzjahresvögel. Beide profitieren von der besseren Fischfauna im Fluss und sind somit Kulturfolger, wenn die Kanalisation und die Kläranlagen zur materiellen Kultur gerechnet werden, was berechtigt ist. Ihre Brutbestände steigen an. Ihre Nahrung besteht nur aus Fischen. Kormorane jagen mehr einzeln, Gänsesäger im Verbund (Paare, Familie). 

Kormoranen begegnen wir oft beim Schwimmen im Rhein. Die grossen schwarzen Vögel verschwinden plötzlich unter Wasser und kommen woanders wieder zum Vorschein. Das tun sie beileibe nicht aus Angst vor uns, sie sind auf Fischfang. Seltener sehen wir sie nach etwa einer Minute mit einem kleinen Fisch im Schnabel auftauchen. Kormorane sind Vögel mit Tiefgang: Sie liegen im Vergleich zu Enten sehr tief im Wasser, vom Körper ist kaum mehr als der Rücken sichtbar. Ihr Gefieder ist für die Tauchgänge so eingerichtet, dass zwischen den Federn das Wasser die Luftblasen verdrängen kann und so ihr spezifisches Gewicht unter Wasser steigt. Wenn sie das Gefieder abtropfen oder trocknen wollen, so tun sie dies mit weit ausgebreiteten Flügeln. Ausgeruht wird mit Vorliebe auf Pfosten und Steinen am Ufer. 

Die Gänsesäger sind wohl Entenvögel, unterscheiden sich aber von anderen Enten durch den roten, langen, schmalen und gesägten Hakenschnabel sowie die elegante Figur. Sie sind auch deutlich grösser als unsere Stockenten. Das Familienleben ist rührend anzuschauen. Küken schwimmen auf dem Muttertier huckepack mit. Die Alt- und Jungvögel schwimmen gemeinsam am Ufer flussaufwärts. Wenn sie einen Fischschwarm entdecken, tauchen alle fast gleichzeitig ab. Das Wasser wird eine Minute lang still und plötzlich taucht ein Vogel nach dem andern wieder auf, mit oder ohne Fisch. Unter Wasser sind sie wendig, fast wie Fische. Dies konnten wir im glasklaren Wasser des Lago di Poschiavo beobachteten wie ein Gänsesäger unter Wasser auf der Fischjagd eine Kreisbahn von etwa einem Meter Durchmesser zog. 

Bei diesem schönen Männchen im Prachtkleid ist im vergrösserten Bild rechts der gesägte Schnabel gut erkennbar. Von dieser Schnabelsäge kommt der Name der Gattung der Säger.

Die Weibchen sind eher unscheinbar, glänzen aber mit der Frisur: eine nach hinten gerichtet Haube charakterisiert sie.