IG Rheinschwimmen

Die Interessengemeinschaft Rheinschwimmen

Das Schwimmen im Basler Rhein ist ein lebendiger Teil der Basler Stadtkultur. Seit 2011 ist das Basler Rheinschwimmen auf der «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz». Diese Liste bildet die Grundlage für die Nominierung für die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Schwimmen im Rhein ist aus dem Basler Stadtleben nicht wegzudenken. Während es im Sommer täglich hunderte, wenn nicht tausende von Baslern und Gästen aus der ganzen Region in den Rhein und in ihm hinunter zieht, sind es selbst an kältesten Wintertagen einzelne eingefleischte Schwimmer und Schwimmerinnen, die das Rheinbad zu ihrem Lebenselixier erhoben haben.

Die im 19. Jahrhundert gebauten Rhybadhysli in der Breite und im St. Johann sind auf der Grossbasler Seite die heutigen Kernzonen der Basler Badekultur. Noch viel virulenter geht es aber auf der Kleinbasler Seite zu. Durch das gesamte Rheinknie bis hinab an die Dreirosenbrücke ergiesst sich an warmen Tagen ein nie endender Strom von Badelustigen.

Selbst wenn der Rhein an solchen Tagen von Badenden in Beschlag genommen wird, ist den erfahrenen Schwimmenden stets bewusst, dass er ihnen nicht ganz gehört. Fracht- und Passagierschiffe, Fähren und andere Boote benützen die Wasserstrasse ebenfalls. Ihnen ist Vortritt zu geben und ihr Kurs ist aufmerksam zu beobachten. So wie alle Schiffe angewiesen sind, in Basel nach Schwimmenden Ausschau zu halten, so sind Schwimmende angehalten aufmerksam zu sein und sich nicht in Gefahren zu bringen. Bei Überquerungen, im Bereich von Brücken und parkierten Booten ist besondere Vorsicht geboten.

Das bestehende Reglement der Polizei über das Rheinschwimmen verbietet das Springen von Brücken, das Schwimmen in Häfen, das Treiben lassen mit Schwimmhilfen und ähnliche potentiell gefährliche Verhaltensweisen. Die IG Rheinschwimmen respektiert diese Vorsichtspolitik, da sie keine "Verbotspolitik" zulasten der Schwimmenden darstellt, sondern ein Schutz vor Unbedachtsamkeiten.

Die IG Rheinschwimmen setzt sich für das freie Rheinschwimmen in Basel ein. Es ist ihr ein Anliegen, dass alle beteiligten Institutionen zur Wahrung der freien und sicheren Ausübung dieses Teils der Basler Stadtkultur beitragen und dafür zusammenarbeiten. mehr

Schwimmen im Rhein in Basel ist nicht nicht gefährlich, wenn man sich an die Regeln hält und seine eigenen Grenzen respektiert.

Die Entstehung der IG

Im Herbst 2004 überfuhr in Basel ein Motorbootfahrer zwei Rheinschwimmerinnen und verletzte sie schwer. Darauf forderte ein Grossrat in einer Motion Abklärungen und Massnahmen zur Regulierung des Rheinschwimmens (nicht des Motorbootfahrens!). Im Polizeidepartement riefen Stimmen nach Schwimmverboten etwa in der Fahrrinne, nach dem Verbot der Flussüberquerung, der Beschränkung der Schwimmrouten unter Brücken und Ähnlichem.

Am 9. Februar 2005 gründete Alfred Müller zusammen mit anderen Rheinschwimmern ein Aktionskomitee freies Rheinschwimmen und überreichte im Frühjahr 2005 die «Petition für das Freie Rheinschwimmen» an den Regierungsrat. In der Folge beschränkte sich die Regierung auf Lenkungen und Warnungen der Rheinbenutzer. Sichtbares Zeichen dieser Politik sind die blauen Bojen entlang des Kleinbasler Ufers.

Nach diesem politischen Erfolg gründeten die Mitglieder des Aktionskomitees im Mai 2006 den Verein Interessengemeinschaft Rheinschwimmen. Die IG Rheinschwimmen versteht sich als Lobby der RheinschwimmerInnen in Basel, nicht als Schwimmberater. Sie arbeitet auch eng mit den Vereinen Rheinbad St. Johann und Rheinbad Breite zusammen. Politik | Mitglied werden